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Zinalrothorn

Ein Kletterberg per excellence -> 4,221 Meter

Bestiegen am 11.08.2025 Schwierigkeit: AD- Schweiz Wallis - Andere

Begehungsbericht

Von der Rothornhütte zum Wasserloch

Wir starten frühmorgens gegen 4 Uhr an der Rothornhütte (3’180 m). Im Schein unserer Stirnlampen steigen wir über Moränen und Blockwerk hinunter zum Rothorngletscher. Das erste Gletscherstück ist an diesem Tag hart gefroren und problemlos begehbar, sodass wir uns nicht anseilen und auch keine Steigeisen benötigen.

Kurz darauf erreichen wir das Wasserloch. Dieses markante Couloir mit seinem 20 m hohen Kamin ist die erste Schlüsselstelle. Im Aufstieg klettern wir frei im II. Schwierigkeitsgrad. Das Gestein ist stellenweise feucht und erfordert sorgfältige Tritte. Wir wissen, dass diese Stelle im Abstieg eine ideale Abseilmöglichkeit bietet.


Über Blockgelände zur Frühstücksbank

Oberhalb des Wasserlochs gelangen wir in leichteres Blockgelände. Hier steigen wir bis zur sogenannten Frühstücksbank auf rund 3’600 m. Der Platz bietet sich für eine kurze Pause an, bevor es in die längeren Kletterpassagen geht.

 

Schneefeld und Felskoridor

Von hier traversieren wir ein Schneefeld, das an diesem Tag ebenfalls ohne Steigeisen gut machbar ist. Anschließend erreichen wir einen Felskoridor, der uns in die Nähe der Gabel führt, einem markanten Einschnitt am Grat. Kurze Kletterstellen wechseln mit Gehgelände. Das Gelände wird luftiger, die Aussicht eindrücklicher.

 

Durch das Felsenfenster zur Biner-Platte

Wir passieren das kleine Felsenfenster und stehen kurz darauf an der berühmten Biner-Platte. Doch bevor wir klettern können, heißt es warten: 40 Minuten Stau. Da Auf- und Abstieg auf derselben Route verlaufen, stauen sich hier die Seilschaften regelmäßig.

Die Platte selbst ist die technische Crux: eine plattige Passage mit wenigen Griffen, abgesichert durch Bohrhaken. Wir steigen konzentriert, mit sauberer Fußtechnik und Standplatz-Sicherung.

 

Kanzel und Gipfelgrat

Nach der Platte klettern wir weiter über gestufte Felsen und erreichen die Kanzel, einen ausgesetzten Felssporn. Ein tiefer Blick in die Ostwand lässt uns den Ernst der Umgebung spüren. Mit sicheren Schritten und enger Seilsicherung überwinden wir auch diese Passage - rechts der Kanzel entlang - am Ende ist dort ein Knotenseil zu finden.

Nun zieht sich der Gipfelgrat hinauf. Schnee und Fels wechseln, die Luftigkeit begleitet uns bis zum Schluss. Schließlich stehen wir auf dem Gipfel des Zinalrothorns (4’221 m).

 

Lange Rast am Gipfel

Da es auch am Grat immer wieder zu Staus kommt, entscheiden wir uns bewusst für eine lange Rast am Gipfel. Während wir das Panorama genießen, ziehen die meisten Seilschaften im Abstieg an uns vorbei. Unsere Taktik geht auf: beim eigenen Abstieg haben wir weitgehend freie Bahn und können flüssig zurücksteigen.

 

Abstieg und Sprint nach Zermatt

Zurück an der Rothornhütte gönnen wir uns nur eine kurze Pause, denn ein ganz besonderes Ziel wartet: Es war unser letzter Viertausender des Sommers. Danach geht es direkt ab in die Ferien zu Tims französischen Großeltern.

Der Abstieg von der Hütte nach Zermatt gerät entsprechend zum Sprint. Wir drücken aufs Tempo, laufen das Tal hinaus – und stellen dabei unwissend eine Bestzeit auf: Auf dem Strava-Segment vom Hotel Trift nach Zermatt haben wir, voll bepackt mit Hochtourenausrüstung, die drittschnellste Zeit aller Zeiten aufgestellt. So sehr zog es uns in die Ferien – beinahe im Laufschritt erreichen wir Zermatt. Ein würdiger und unvergesslicher Abschluss für eine großartige Sommersaison.

 

Schwierige Abschnitte im Überblick

 

  • Wasserloch (3’400 m): 20 m Kamin, oft feucht, Kletterei II, im Abstieg ideal zum Abseilen.
  • Biner-Platte (ca. 3’800 m): Schlüsselstelle der Route, plattige Passage II–III, ausgesetzt, mit Bohrhaken gesichert.
  • Kanzel: Enger, luftiger Felssporn vor dem Gipfel, psychisch fordernd.
  • Staugefahr: Ab der Gabel häufig Gegenverkehr, Wartezeiten an Schlüsselstellen möglich.


Daten & Fakten

 

  • Höhe: 4’221 m
  • Ausgangspunkt: Rothornhütte (3’180 m)
  • Höhenunterschied: ca. 1’040 Hm
  • Zeitbedarf: 4–5 h Aufstieg, 3–4 h Abstieg (zzgl. Wartezeiten)
  • Schwierigkeit: AD- (Felskletterei bis UIAA II–III, Gletscherpassagen)
  • Ausrüstung: Seil 40 m Minimum, besser 50 m, Helm, Expressschlingen, Bandschlingen, Standard-Alpinmaterial; Steigeisen/Pickel nur bei speziellen Bedingungen
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Steckbrief

Ein Kletterberg per excellence
Name Zinalrothorn
Höhe 4,221 m
Land Schweiz
Schwierigkeit Schwierigkeit: AD-
Begehungstyp Zu Fuss
Distanz ≈ 30 km
Höhenmeter 2,549 m
Dauer (Tal->Tal) ≈ 00 Stunden
Status Bestiegen am 11.08.2025

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