-> 4,478 Meter
Sonntag – Zustieg
Unser großes Unternehmen begann am Sonntag mit dem Zustieg zur Carrelhütte. Die Tour war lange geplant und wir waren entsprechend gut vorbereitet. Wir wussten, dass viel Neuschnee gefallen war und starker Wind angesagt war. Gegen Mitternacht erreichte ein französisches Paar das Biwak, das sich im Nebel verstiegen hatte; er hatte leichte Erfrierungen an den Fingern.
Montag – Sturm & Rettungseinsatz
Am Montag war an Aufstieg nicht zu denken: starker Wind und Schneefall machten die Route unhaltbar. Es war die richtige Entscheidung, nicht zu starten – am selben Tag stürzte ein Solokletterer am Hörnligrat ab und kam ums Leben.
Am Abend, gegen 19 Uhr, betteten wir uns zur Ruhe, um am nächsten Morgen früh aufzubrechen. Doch plötzlich kam ein verwirrter Italiener in die Hütte und berichtete von seinem Freund, der erschöpft an den Fixseilen festsitze. Bald hörten wir am Telefon nur noch wirre Worte: „Ich liege im Schnee“. Dann war die Verbindung tot.
Gemeinsam mit dem französischen Paar – sie war Ärztin – eilten wir hinaus, seilten uns ab und zogen den Mann in einer einstündigen Rettungsaktion aus der fast senkrechten Wand hoch. Schwer unterkühlt, mit Erfrierungen an den Händen – aber er überlebte. Sein Partner hatte nicht einmal daran gedacht, die Rettung zu rufen. Erst gegen 22 Uhr legten wir uns endlich schlafen.
Dienstag – Aufstieg (Start 4 Uhr)
Um 4 Uhr brachen wir als erste Seilschaft auf. Noch im Dunkeln irrten wir zwei- bis dreimal von der Route ab, da viele Spuren von Seilschaften stammen, die sich ebenfalls verstiegen hatten. Wir verloren dadurch 60–90 Minuten.
Couloirs & erste Fixseile
Unterhalb des Grates folgten steile Couloirs mit Schneefeldern, die querend überwunden werden mussten. Die Wegfindung ist heikel, falsche Spuren führen leicht in gefährliches Gelände. Erste Fixseile halfen uns an steilen Aufschwüngen weiter.
Gratkletterei
Danach ging es ausgesetzt weiter: eine lange, abwechslungsreiche Kletterei im Bereich UIAA II–III, teilweise brüchig, aber sehr eindrücklich. Hier war volle Konzentration gefragt, vor allem bei den winterlichen Bedingungen mit Schnee und Eis.
Pic Tyndall (~4’241 m)
Dieser markante Gratpunkt stellte die nächste Schlüsselstelle dar. Der Übergang war luftig, aber gut zu bewältigen. Von hier sahen wir bereits die letzte Wand zum Italienergipfel.
Scala Jordan & Gipfelaufschwung
Die berühmte Scala Jordan, eine steile Wand mit Fixseilen, markierte den letzten ernsthaften Aufschwung. Danach folgte der gemischte Schlussabschnitt mit Schnee und Eis. Schließlich standen wir auf dem Gipfel des Matterhorns – für uns der schönste unserer bisherigen 50 Viertausender. Die Aussicht war überwältigend: Wallis, Italien, Mont-Blanc-Massiv – ein Panorama ohnegleichen. Nur das ständige Kreisen der Helikopter und die eintreffenden, geführten Partien störten die Idylle etwas.
Abstieg
Der Abstieg über den Grat war ebenfalls sehr lange. Viele heikle Stellen waren nun besser ausgetreten, wir fanden die Route ohne weitere Versteigerungen, aber jeder Schritt muss passen, wer denkt das Runter wäre schneller als das Hoch wird hier eines Besseren belehrt !
Besonderheiten zum Biwak
Wir haben im Carrel genächtigt es gibt einen Schutzraum. Das ging aber nur weil wir am Sonntag zugestiegen sind und am Montag Sturm war und kein Heli fliegen konnte. Normalerweise sind dort die Bauarbeiter und werfen jeden raus, unmöglich dort zu übernachten !
Technische Daten und Ausrüstung
Kommentare
0Noch keine Kommentare
Sei der Erste, der kommentiert!